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20.06.2007

Der vorletzte Tag der Bewerbe. Ich habe inzwischen den Überblick total verloren, wann welches Championat gelaufen wird. Heute auf jeden Fall sind die Mannschaftsmeisterschaften America&Caribe dran. Boris und ich gehören natürlich nicht zur Mannschaft, immerhin dürfen wir mit einer Fun-Mannschaft den ersten Mannschaftslauf bestreiten. Doch später mehr davon.

Der Tag beginnt mit den verfügbaren Nationalhymnen. Leider nehmen überraschend viele Nationen teil und so konnten nicht alle Hymnen aufgetrieben werden. Ich behalte das brasilianische Team im Auge, damit ich wenigstens weiss, wann "unsere" Hymne gespielt wird. Heute gibt es auch erstmals einen Trinkwasserbehälter. Die brasilianischen Proteste zeigen Wirkung.

Unser erster Lauf für heute ist eine Katastrophe, mit 20 Fehlern kommen wir ins Ziel, grmpfff. Ich darf beim Slalom nicht vor meinem Hund sein, ich darf beim Slalom nicht v.... naja, 2 Stängelchen sind auch noch gefallen. Die Nuller-Serie war mir ja schon suspekt. Im 2. Jumping habe ich noch vor dem Start ein El, ich bin stolz auf mich! Die Situation muss ich doch mal ausschweifend erklären. Es hat ein paar läufige Hündinen (unter anderem Dina von Dan) auf dem Wettkampf, und Boris ist etwas durch den Wind. Unser Heimweg ist immer sehr lustig, wenn Dina vor uns geht... Auch eine Mali-Hündin duftet irgendwie sehr verführerisch, was dazu führt, dass Boris jeden Mali (auch die Jungs von der Schutzhundeprüfung, hehe) ansteigen will. Jedenfalls lege ich ihn 3m vor dem ersten Hindernis ab und mach mich auf den Weg zu meiner Startpostion, also ca. 10m entfern. Und da mein Schatzi immer brav liegenbleibt, dreh ich mich auch nicht um um keinen Fehlstart zu provozieren. Hätte ich das mal bloss gemacht... Meine Lieblingshundeführerin mit ihrer duftenden Mali-Dame geht einen Meter hinter Boris vorbei. Boris' Kopf schnellt herum (sieht man schön auf dem Film), er springt auf und marschiert der Angebetenen hinterher. Und aus dem Ring. Bis ich das mitbekomme, ist alles zu spät. EL. Ich starte trotzdem, aber wirklich berauschend sind wir nicht unterwegs. Die Mexikanerin mit dem belgischen Hund hat das überhaupt nicht mitbekommen, typisch. Sie zählte sowieso nicht zu den Schnellmerkern, aber muss sie gerade hinter meinem Hund vorbei gehen? Wäre es nicht auch 5 s später gegangen? Dieser Jumping zählte mit dem Agi-Lauf vom folgenden Tag zusammen, und dort waren wir wirklich gut. Naja, es sollte nicht sein.

Der letzte Lauf des Tages ist der Agi-Mannschaftslauf, Richter ist Artur, was einige ins Schwitzen bringt :-) Dabei ist der Parcours für seine Verhältnisse sehr einfach. Morgen wird es noch besser... Nach einigem Suchen finde ich noch zwei mexikanische Teamkollegen, eher Anfänger, einer mit deutschem, der andere mit belgischem Schäferhund.Der deutsche Schäfer hört auf den tollen Namen "Hitler". Die beiden sind etwas vom Parcours überfordert und gehen EL, nur Boris und ich schaffen einen Nuller. Wir werden beim Endlauf nicht dabei sein... Auf der Rangliste erscheinen wir auch nicht, im Gegensatz zu den anderen Fun-Large-Teams, die zum Teil auch zwei EL gelaufen sind. Warum das so ist, kann ich nicht in Erfahrung bringen. Ich werde also meine Zeit nie erfahren.

Wie immer endet der Wettkampf gegen 16 Uhr, wenigstens das timing passt. Jeden Nachmittag ab ca. 16 Uhr ziehen dunkle Wolken auf und ein der Wind frischt auf. Die Sprünge fallen jetzt auch ohne hündisches Zutun. Zum Glück regnet es nicht jeden Tag, das Wetter droht nur. Wir begeben uns direkt in den Pedigree-Ring, um schnell unser Lunchpaket zu bekommen. Für mich gibt es wiedermal die gesammelten Kartoffelchips. Ich hätte nie gedacht, dass mir die Dinger schon nach 2 Tagen zum Hals heraus hängen :-) Heute lasse ich Boris nur auf Medium-Höhe springen, er hat schon genug getan. Er geniesst es und gibt richtig Gas. Während wir in der Schlange auf unseren Lauf warten, zeigen wir ein paar Tricks (naja, die Tricks, die Anna damals Boris beigebracht hat...), die Zuschauer, und heute sind es richtig viele, denn es ist Samstag, sind begeistert und Boris ist zufrieden über die ganzen Leckerchen, die er zur Belohnung bekommt.

Gegen 12 kommen wir ins Bett, morgen müssen wir wieder um 6 aufstehen. Langsam habe ich ein grosses Schlafdefizit.

Ich habe noch immer nichts von der Stadt gesehen.

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