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20.06.2007

Heute geht es endlich los. Sicherheitshalber stehen wir um 6:50 vor dem Hotel und warten auf den Bus. Um 7:30 stehen wir noch immer dort. Das Agi-Team Columbien beschliesst, mit dem Taxi zu fahren. Wir geben die Hoffnung noch nicht auf. Um 7:45 stehen wir vor dem Hotel und warten auf den Bus. Dann nehmen wir ein Taxi, denn der Wettkampf soll gegen 8:30 beginnen und langsam wird es knapp. Es ist nicht wirkich einfach, drei Huneboxen + Hunde in ein kleines mexikanisches Taxi zu bekommen, zumal wir ja auch noch mitfahren wollen. Nach Zerlegung zweier Boxen und einigen Stapelversuchen sitzen wir alle drin. Auf dem Ausstellungsgelände angekommen, weiss keiner, wo das Agi stattfinden soll. Wir irren durch die Hallen, mit drei Hunden und den Boxen im Schlepp. Irgendwann sehen wir wenigstens den Ring. Er liegt innerhalb der Galopprennbahn. Müssen wir nur noch irgendwie hinkommen. Nach einer Stunde haben wir es geschafft. Mir tun die Arme weh vom Box-Schleppen. Und als Boris draussen auf dem Kunstrasen mal hier, mal dorthin zieht, werde ich langsam sauer und schimpfe mit ihm. Versteht mich ja eh keiner. Falsch gedacht. Schon ruft einer: "Was macht denn ihr Hund, was er nicht soll?" So lerne ich endlich mal einen deutschen Schutzhunde, nein, heisst ja jetzt VPG, -Richter kennen. Zeitgleich mit Agi findet auch Schutz statt, auch im Innengelände der Galopprennbahn. Wir plaudern ein wenig. Solche Kontakte können ja nicht schaden, irgendwann muss ich schliesslich in Deutschland die BH-Prüfung machen, will ich weiter Agi ausüben...

Der Wettkampf beginnt chaotisch. Es gibt keinen Strom, also können die Startlisten nicht ausgedruckt werden. Die Lautsprecher funktionieren deshalb auch nicht. Zelte zum Unterstellen gibt es nicht genug (immerhin steht Mittags die Sonne senkrecht, ein wenig Schatten wär da schon gut), von Stühlen reden wir gar nicht erst. Der Richter baut seinen Parcours auf (es gibt übrigens zwei Ringe, aber nur einen Richter... davon später mehr) und alle denken, dass ist jetzt maximal der Parcours für die Anfänger. Falsch gedacht. Grau 2 + 3 sind dran. In der Schweiz wäre es knapp ein 1er Parcours gewesen, auch in Brasilien habe ich so etwas noch nicht gesehen. Aber was soll's. Netterweise liegen auch die Stangen nur auf 60cm, uns soll es nicht stören. Der Richter war ungefähr 70 und konnte kaum laufen, dafür hat er die Zonen schön auf dem Platz verteilt, ich muss jetzt nix über die angezeigten Fehler erzählen, oder?

Nachdem es keine gedruckten Startlisten gibt, gestaltet sich die Vorbereitung etwas schwierig, zumal wohl auch keiner überwacht, wer jetzt wirklich zum Wettkampf erschienen ist und wer nicht. Letzteres bleibt bis zum allerletzen Lauf so, die 15 Hunde vor mir waren einfach nicht da, was mich ein bisschen in Stress versetzt hat. Wir bewältigen den ersten Lauf recht souverän, keine Fehler, der 5. Platz. Bis zum 4. wird prämiert... Es war ein Parcours mit viel Rennen, leider liegt Mexiko-Stadt auf über 2000m, und das merkt man. Während die 1er auf der anderen Piste laufen, wird auf "unserem" Platz schon mal der Parcours aufgebaut. Eigentlich ein guter Gedanke, nur leider verschiebt der Richter nachher alle Hindernisse wieder. Somit ist die Zeitersparnis nicht messbar. Im Jumping waren wir weniger gut, Boris hat sich erst an einem Leckerchen verschluckt und gehustet, dann hat er kurz gequietscht, ist irgendwie geduckt gelaufen und hat sich hingesetzt. Ich wollte schon aufgeben, da ging es weiter als wäre nichts geschehen. In letzter Zeit hat Boris das öfter, auch ohne Springen vorher, einfach so. Ich werde es mal genauer untersuchen lassen. Fazit: 2 Verweigerungen und eine Zeit, die man besser nicht erwähnt. Der erste Tag ist vollbracht. Ein mexikanischer Agiltianer erbarmt sich und bringt uns ins Hotel zurück.

Habe ich erwähnt, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe? Am Morgen haben wir 10 min auf den Lift gewartet und somit keine Zeit zum Frühstücken gehabt, auf dem Turnierplatz gab es nichts zu essen und das war es dann auch schon. Aber ich wollte ja sowieso abnehmen.

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