Kontakt: kontakt@cpatzig.de

20.06.2007

Nach dem Zimmerbezug (Telefon und Fernseher funktionieren nicht, es war halt mal ein Grand Hotel) gibt es endlich eine grosse Runde für Boris. Wir haben ja Zeit, Val wird erst nach Mitternacht eintreffen. Unterwegs merke ich schon, dass blonde Frauen in Mexiko nicht wirklich häufig sind. Laufend werde ich angequatscht, aber mein Spanisch befindet sich ungefähr auf Level 0, also keine Chance auf ein date. Zum Abendessen gehe ich ins Hotelrestaurant, und nach einigen Verhandlungen mit dem Kellner erhalte ich wirklich einen Salat ohne Speck. Mehr Auswahl an vegetarischen Gerichten gibt es nicht...

Gegen ein Uhr schleppe ich mich zur Rezeption, damit Val auch unser Zimmer findet. Die Jungs in der Rezeption sind nicht wirklich fit in ihrem Papierkram, und bevor die arme Val die ganze Nacht unten bleiben muss... Jetzt muss ich noch kurz die tollen Aufzüge das Hotels beschreiben. Es gibt drei Stück und man wartet ewig. Das ist noch der angenehme Teil. Wenn die Türen schliessen, schliessen sie. Es gibt keine Möglichkeit, diesen Vorgang mittels Knopf oder gar Sensor zu stoppen. Einzig das Verkeilen in der Tür hilft. Vor meinem inneren Auge sehe ich schon Hunde ausserhalb des Liftes mit Menschen innerhalb des Liftes... Zum Glück passiert während der nächsten Tage kein wirklicher Unfall, aber bisweilen ist es ziemlich knapp für Hunderuten und -köpfe.

Val kommt glücklich, mit zwei Hunden im Gepäck, an. Auch sie hat den Abholservice genossen. Wir gehen noch eine Runde mit den Hundis, auch, damit sich Boris an den zweiten Rüden im Zimmer gewöhnen kann. Zum Glück ist Lennon eher von der defensiven Sorte, ausserdem hat er, Sheltie-typisch, so viel Fell, dass Boris ihm gar nichts tun könnte ohne an den Haaren zu ersticken.

Angeblich soll am nächsten Tag ein Ausflug zu den Pyramiden stattfinden, wir warten also den ganzen Tag im Hotel, da wir nichts genaueres wissen. Wer nicht kommt, ist der Bus. Das wird noch öfter so sein und lässt uns hoffen.

Nachmittags versuchen wir, zu Fuss zum Banamex-Center zu gelangen, wir scheitern, da auf meinem Stadtplan der Teil der Stadt nicht mehr drauf ist und die Leute, die wir fragen, uns zum nächsten Banamex-Geldautomaten schicken :-) Letztendlich treffen wir zwei Polizisten, die sehr bemüht sind, aber auch nicht wirklich hilfreich. Val gibt auf und geht ins Hotel. Ich halte das Rumsitzen vorm Fernseher mit spanischen Sendungen nicht mehr aus und gehe alleine los. Tatsächlich, ich finde hin. Es ist eh nur eine Dreiviertelstunde entfernt, für normale Hündeler also kein Problem, aber, man geht ja nicht spazieren mit dem Hund... Auf dem Rückweg beginnt es zu nieseln und dunkel wird es auch. Ich bin froh, als ich endlich wieder im Hotel bin.

Am Abend treffen wir uns mit Lizbeth, der mexikanischen Turnierorganisatorin, die drei Jahre in Brasilien gelebt hat. Und, zu meiner Überraschung, spricht ihr Mann deutsch! Er arbeitet bei VW. Somit ist auch mein Überleben gesichert. Lizbeth erzählt uns, dass am nächsten Morgen, dem ersten Wettkampftag, ab 7 Uhr zwei Shuttlebusse im Halbstundentakt vom Hotel zum Banamex-Center fahren... Auch heute gibt es einen Salat für mich, wobei ich Glück habe, es ist eine ordentliche Schüssel voll. Val und Lizbeth haben den Hauptpreis gezogen und erhalten jeweils drei Salatblätter und eine Scheibe angeröstetes Brot. Dafür ist ihr Chef-Salat auch viel teuer. Nach erbitterter Reklamation beim Geschäftsführer erhalten sie die gleiche Portion noch einmal...

<<Zurück Weiter>>