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20.06.2007

Nachdem mich die Flugbeschaffung einiges an Zeit und Nerven gekostet hat (ca. 5 Stunden davon im Reisebüro) hat auch die panamesische Fluglinie es geschafft, e-tickets auszustellen. Ein Wunder. Eigentlich muss man das Ticket im Laden in Sao Paulo abholen, was natürlich schwer geht, wenn man in Belo Horizonte wohnt. Aber diese Fluggesellschaft ist sehr kooperativ, ihr werdet es noch lesen...

Der Ausflug beginnt damit, dass Hermann mich mit dem Auto nach Sao Paulo bringt, wo ich 2 Tage bei Valeria und ihrer Hundegang bleiben werden, bis wir uns auf den Weg nach Mex machen. Valeria fliegt mit der gleichen Fluggesellschaft, nur einen Flug später. Geplant ist, dass wir uns auf dem Agi-Turnier treffen, da ich natürlich nicht die gerinste Ahnung habe, wo Valeria wohnen könnte. Aber wie immer kommt alles anders als man denkt. Wir fahren viel zu spät in Belo weg, haben Regen und zum Schluss noch einen Schwertransport vor uns. Gegen 19.00 sind wir auf dem Turnierplatz, aber alle sind schon weg. Na gut, fahren wir halt zu Dan, von ihm weiss ich wenigstens, wo er wohnt. Er ist sowieso zuständig, die noch fehlenden Papiere für Boris zu organisieren, da kann ich meinen Kram gleich abgeben. Weil es schon spät und dunkel ist, erhalten wir in Dan's Haus Asyl, es ist zwar wieder sehr voll bei ihm, aber wir finden noch ein kleines Eckchen. Boris muss im Auto schlafen. Zum Abendessen gibt es die übliche Pizza, und wie immer findet keiner die Nummer vom Pizzadienst. Alle vier Wochen das selbe Theater :-)

Am nächsten Morgen treffen wir uns mit Valeria (Val) am gestrigen Turnierplatz, Hermann fährt wieder nach BH und ich mit Val nach hause. Val hat 4 Hunde, 2 Schnautzer-Damen, Lilo und Xena (Xena fliegt mit nach Mex, wir werden uns ein Zimmer teilen), eine Borderin und ein Pudelmischlingsmädchen, Sheetara, die Cheffin. Sheetara fühlt sich eigentlich als Katze und fährt im Auto immer auf Val's Schulter...

Val hat gross eingekauft für mich, Jogginghosen in Brasil-Blau, Brasil-Halstuch, Haarband und sogar eine Agi-Leine mit Brasilflaggen. So ausgerüstet kann gar nichts mehr schief gehen. Wir verbringen einen gemütlichen Fernsehabend mit, richtig, Pizza.

Am Montag sollen die Reisepapiere von allen möglichen Ministerien fertig sein, gegen Abend wollen wir uns mit Dan treffen, zur Dokumentenübergabe. Ausserdem nimmt Val einen Sheltie von Dan mit, da man nach Mex nur mit max. zwei Hunden einreisen darf, sonst kostet es Gebühren. Gegen 19:00 treffen wir Dan. Leider hat er die Papiere noch nicht. Der Motoboy ist in die falsche Firma gefahren, Pech gehabt. "Ihr fliegt ja erst morgen". Moment, ich fliege erst morgen, das stimmt, aber morgen fängt ja doch schon um Mitternacht an. Ich muss drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein, also um 1 Uhr nachts. Mit Papieren. Ich kann es nicht fassen. Sind ja noch sechs Stunden, aaaaalso noch viel Zeit. Mein Adrenalinpegel steigt schon wieder. Zum Glück hat der Motoboy wenigstens die Stempel vom Ministerium. Er wird wieder losgeschickt, zur richtigen Firma, die wieder aufsperren muss. Während wir im üblichen Stau nach Hause fahren, kommt gottseidank der Anruf des Motoristas, dass er jetzt alle Unterlagen hat. Wir treffen uns unterwegs und ich kann mich ein wieder ein wenig entspannen.

Nachts um eins fährt mich Val zum Flughafen, gäähn. Dort versuche ich, noch ein wenig mit Boris spazieren zu gehen und gleichzeitig das Gepäck im Auge zu behalten, schwierig. Also beschliesse ich, schon mal ein zu checken. Boris ist der Renner in der Warteschlange. Obwohl er in der Box ist (den Flughafen in SP darf man als Hund nicht mit den Pfoten berühren), sind die Leute begeistert. So vergeht die Wartezeit schneller. Vorne angekommen, muss Boris gewogen werden, trotz Bemühung passt die Hundebox einfach nicht auf das Gepäckband... Irgendwer nimmt mir die Hundebox ab und verschwindet, während mich das Mädel am Check-In damit schockt, dass das atestado saúde fehlt. Moment, die ministerielle Bescheinigung beinhaltet doch das Attest, oder? Mir wird schon wieder ganz anders. Wo soll ich nachts um 2 das blöde Attest herbekommen? Das Mädel macht eine Kollegenumfrage, nach einiger Zeit trifft sie scheinbar einen kompetenten Menschen, ja, alles klar. Puuuuh. Jetzt nur noch die Transportgebühr für den Hund zahlen. Der Flug für Boris kostet 50 US$, ein echtes Schnäppchen für 11 h Flug. Sollten sich die Airlines mit Europaflügen mal ein Beispiel nehmen (der Flug Sao Paulo-Belo Horizonte kostet übrigens die doppelte Gebühr). Doch erst muss ich zum anderen Schalter. Dort stehe ich sicher eine Viertelstunde, sind ja auch zwei Leute vor mir. Nein, natürlich, Kreditkarte nehmen wir nicht. Wer hat übrigens das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Kreditkarten das Reisen vereinfachen? Mit dem Einzahlungsbeleg dackel ich wieder zum Check-In-Schalter und erhalte endlich mein Ticket. Ich handel noch eine Viertelstunde Gassigehzeit heraus und gehe Bällchen werfen. Dann kommt Boris in die Box , wird herzlos aufs Gepäckband gehoben und verschwindet in den Eingeweiden des Flughafens. Mir geht es beschissen. Aber das Boarding fängt gleich an und ich muss noch durch die ganzen Kontrollen. Es dauert fast eine Stunde, bis ich das hinter mich gebracht habe. Spitzenreiter bei der Abfertigung (allerdings 1 Tag später) ist Artur, der in Mexico die beiden letzten Tage als Richter fungiert. Er braucht über 4 Stunden und vergisst in dem ganzen Stress sämtliche Unterlagen, inkl. Kreditkarten und unsere Agi-Lizenzen im Auto. Dabei sollte er als Offizieller die Lizenzen überreichen. So hätten wir das auch allein hinbekommen :-).Dafür hat er tolle Parcourse mit, doch davon später.

Nach 7 endlosen Stunden erreichen wir Panama, wo das Flugzeug gewechselt werden muss. Das Service im Flugzeug ist einfach toll. Ich habe wie immer ein vegetarisches Menü bestellt, aber der Erhalt war schwierig. Erster Versuch auf portugiesch. Nein, die Stewardess spricht nur englisch und spanisch. Na gut, the vegetarian menu, please. Ist ja nun nicht so kompliziert, oder? Beharrlich bietet sie mir quiche oder eggs an. Nach der 5. Wiederholung resigniere ich und nehme, bevor die anderen Passagiere ungeduldig werden, quiche. Beim Öffnen der Packung lacht mich schon ein Würstel an. Mahlzeit. Zu meinem Glück kommt der Obersteward bald vorbei, ich habe noch nicht ganz ausgesprochen, nimmt er mir das Essen weg und ist 10 s später mit meinem vegetarischen Mahl zurück. Geht doch. In Panama bleibt eine Stunde zum Umsteigen, ist kein Problem, sind nur 20 m im Terminal. Ich sehe draussen Boris' Box. Immerhin, bis hier her ist er schon mal gekommen.

Der Weiterflug verläuft problemlos, sieht man von der Essensdiskussion ab. Ausserdem gibt es keinerlei Infos, wo wir gerade sind, wie weit es noch ist und überhaupt. Man kann nicht alles haben.

Von wegen pro Flug werden maximal 2 Hunde transportiert. Mit Boris kommen noch 5 andere an. Da die anderen Hundebesitzer spanisch können, folge ich ihnen unauffällig. Ist nicht ganz so gut, die Idee, weil auch sie nicht wissen, wo wir hinmüssen. Bis wir endlich den Weg zur Tierkontrolle gefunden haben, sind die anderen 15 Hunde aus den anderen Flügen vor uns. Das dauert. Immerhin sind die Papiere in Ordnung, die Ärztin wirf einen Blick in die Box, ja, ein Hund, und fertig. Wozu die Hunde den Chip brauchen, bleibt ein Rätsel.. Als ich endlich aus der Abfertigung komme, sehe ich schon ein Schild mit meinem Namen drauf. Fein. Nach diesen langen Stunden (15 bis jetzt) ist es gut, dass ich nicht noch ein Taxi etc. suchen muss. Leider kann man mit dem Gepäckwagen nicht aus der Abfertigung rausfahren, man muss sich einen Gepäckträger nehmen. Geht aber nicht, wenn man noch keine Pesos hat. Also schleppt der Chauffeur mit seinem Kollegen Boris in der Box und ich ziehe meinen Koffer hinter mir her. Und der Flughafen ist gross. Wir gehen sicher 10 min. Und dann steht da der noble Geländewagen mit allen Extras um uns sanft ins Hotel zu bringen. Sehr nett. Die Organisation von Pedigree ist top! Hiermit einen Dank an den Sponsor des brasilianischen Teams! Wir brauchen eine gute Stunde bis zum Hotel und Boris sitzt jetzt seit 16 Stunden in der Kiste. Bevor ich einchecke, gehe ich endlich eine Runde.

Bei der Rezeption weiss keiner etwas von der Reservierung, hier lassen sich die ersten Züge der mexikanischen Organisation erahnen. Es findet sich trotzdem ein Zimmer. Das Hotel ist voller Hunde, viele Ausstellungteilnehmer wohnen hier. Man merkt es sofort, vor den Aufzügen sind Pfützen, die ersten Haufen liegen direkt vom dem Hoteleingang. Es ist unglaublich. Ich verstehe, warum Hotels nicht scharf auf Gäste mit Hund sind.

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