Kontakt: kontakt@cpatzig.de
Ouro Preto und Mariana

Weiter geht es mit den alten Kolonialstädten...

Beide Städte wurden Ende des 17. Jahrhunderts gegründet, Ouro Preto hat 1721 Mariana als Hauptstadt von São Paulo und Minas Gerais abgelöst. 1897 wiederum wurde Belo Horizonte die neue Hauptstad von Minas. Vor einigen Jahren wurde das touristische Potential von Ouro Preto und Mariana entdeckt und zumindest Ouro Preto entwickelt sich zum Touristenzentrum. Sehr viele Europäer finden ihren Weg dorthin, in einem Reiseführer ist Ouro Preto als einzig lohnenswertes Ziel in Minas Gerais genannt, was ich natürlich nicht so ganz unterschreiben kann. Aber schön ist es, keine Frage. Die ganze Altstadt besteht durchgehend aus den Originalgebäuden, meistens schön restauriert und fast schon kitschig :-)

Die Häuser werden alle genutzt, natürlich viele als Restaurants, Andenkenläden und Internet-Cafés (dies ist ein sicheres Indiz für touristische Bedeutung, in ganz Belo Horizonte gibt es nicht soviele Internet-Cafés wie in dem Dorf Ouro Preto). "Ouro Preto" bedeutet eigentlich "schwarzes Gold", da das dort gefundene Gold eine schwärzliche Färbung hatte. Gold wird zwar nicht mehr abgebaut, jedoch sind einige Edelstein-Minen in der Umgebung noch in Betrieb. Demzufolge gibt es viele Schmuckgeschäfte. Zufällig sind wir in einem Laden gelandet, dessen Inhaber zweimal im Jahr in Österreich seine Edelsteine verkauft. Auf seiner Visitenkarte hat er eine österreichische Handy-Nummer angegeben und uns viele Österreich-Fotos gezeigt. Irgendwie witzig. Natürlich haben wir gekauft, eh klar.

Ouro Preto und Mariana liegen beide an der Estrada Real, die ich schon mal im Bericht über Diamantina erwähnt habe. Vielleicht finden wir noch heraus, welche Abschnitte der Strasse lohnenswert für Fussgänger sind, interessant wäre es auf jeden Fall.

Nachdem Ouro Preto inmitten von Hügel liegt, und auch selbst nicht wirklich eben ist, war unser Plan, am zweiten Tag unseres Aufenthaltes eine Wanderung zu unternehmen. Doch wie immer gab es keine Karten und den Hinweis, dass man wohl ohne Führer sich verlaufen werde. Auch unsere Beteuerungen, dass wir das ganz sicher schaffen, haben uns nicht geholfen, ein Führer muss her. Im Endeffekt war es nicht so schlecht, mit Führer unterwegs zu sein, nicht weil wir uns verlaufen hätten sondern weil wir sicher nicht den Einstieg in die Wanderung gefunden hätten. Irgendwie fehlt uns noch das Gefühl dafür, welche Strassen sich zu Wanderwegen verwandeln. Markierungen gibt es auf jeden Fall keine, da der Brasilianer gemeinhin nicht zu Fuss geht. Niemals.

Dort wollten wir also hin:

Ein gewagtes Ziel, aber sicher machbar, so brasilianisch sind wir ja doch noch nicht :-) Fünfeinhalb Stunden später waren wir wieder zurück, alleine wären wir sicher langsamer gewesen, aber unser Führer war ein echter Bergfex und hat ein ordentliches Tempo angeschlagen. Warm war es ausserdem und so sind wir ganz schön ins Schwitzen gekommen, aber toll war's. Und wie erwartet, haben wir sonst keinen Menschen getroffen. So macht Wandern richtig Spass.

Während am ersten Morgen in unserer Pousada nur BrasilianerInnen am gemeinsamen Frühstückstisch sassen (zugegebenermassen auch eine Brasilianerin mit preussischen Vorfahren, sie hat jedoch nur ein paar Worte Deutsch gekonnt) und wir unser Portugiesisch gleich in der Früh trainieren konnten, waren am zweiten Morgen auch eine deutsche Familie anwesend. Die Deutschen sind einfach überall!

Erwähnte ich schon, dass die Gegend dort etwas hügelig ist?

Ouro Preto

Wanderung

Mariana