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Serra do Cipó

Serra do Cipó ist ein Nationalpark um das Quellgebiet des Rio Cipó, gegründet 1984. Er liegt ca. 100 km von Belo Horizonte entfernt, das bedeutet ca. 2h Autofahrt, wenn alles gut geht. Im Park gibt es neben den obligaten Wasserfällen einige Tier- und Pflanzenarten, die hier endemisch vorkommen.

Mir kommt vor, sowie irgendwo ein grösserer Wasserfall ist, wird schnell ein Nationalpark drumherum gemacht, aber natürlich ist das nicht so. Der grosse Nachteil für uns ist, dass man in die Parks keine Haustiere mitnehmen darf. Den Sinn habe ich noch nicht ganz herausgefunden, denn man darf zu Fuss hinein, man darf hinein reiten und, natürlich, mit dem Auto reinfahren. Aber Hunde müssen draussen bleiben. Jedoch hört die Natur nicht am Zaun auf, glücklicherweise.

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes stand ein längerer Ausritt auf dem Programm, wir waren schon gespannt, wie das mit Boris funktionieren würde... Vorweg gesagt, wir kamen alle heil wieder nach Hause :-)

Boris hat seine Sache nicht so schlecht gemacht, mit anderen Pferden wäre es aber eine Katastrophe geworden. Er ist vor den Pferden, hinter den Pferden und unter den Pferden durch gelaufen, die jedoch äusserst cool blieben und sich von den 15 kg nicht irritieren liessen. Ansonsten hat Boris die Abteilung kontrolliert, d.h. er ist von vorne nach hinten und von hinten nach vorne gelaufen und hat dafür gesorgt, dass alles in Ordnung ist. Zu seinen Aufgaben gehörte, die Hunde hinter den Zäunen zu verbellen und vorwitzige Hühner aus dem Weg zu scheuchen. Auch war Zeit für eine kurze Kaninchenjagd. Zwei Jack Russels, die sich hinter ihren drei Reihen Stacheldraht sicher fühlten hat er kurz klar gemacht, dass das keine Grenze für ihn ist. Eine kurze Attacke und der Feind wurde 10 m auf eigenes Gebiet zurück getrieben. Nachdem wir aber einfach weitergeritten sind, hat er es sich überlegt und ist nachgekommen... Bei einer Siedlungsdurchquerung hat unsere Führerin Lia in aufs Pferd genommen, so blieben alle unbeschädigt, nur Lias Kleidung wurde auf dunkelgrau umgefärbt, da wir kurz vorher eine Fluss durchquert hatten und Boris nicht mehr so ganz sauber war...

In unserer Pousada gab es acht kleine Welpen, die ganz begeistert vom Schatzilie waren und ihm immer hinterher gelaufen sind. Fand er wohl ein bisschen lästig aber er war sehr gönnerhaft. Die Mami der Kleinen hat ihm gleich klar gemacht, dass es Ärger geben könnte, wenn er z.B. zu dicht an den gefüllten Fressnapf geht, Boris hat das akzeptiert und ist nicht mal mehr in die Nähe des Napfes gegangen, auch wenn sie nicht da war. Da können wir doch noch einiges lernen!

Am Abend haben wir noch einen Ausflug in die naheliegende Forró-Bar gemacht. (Forró [foho] = for all, populäre Musik, zu der ganz ganz eng getanzt wird). Dort nebenan fand eine Geburtstagsparty mit Live-Musik statt, es war Brasilien live! Einfach toll. Der Höhepunkt der Nacht war der Auftritt des Stiers, den ich leider nicht mehr erlebt habe, weil ich ziemlich müde war, und die Bilder sind auch nicht wirklich etwas geworden. Zu dem Stier gibt es eine lange Geschichte, die sich mit "Bumba meu boi" aber ergooglen lässt. Das ganze hat auf jeden Fall afrikanischen Ursprung, entsprechend ist auch die Musik.

Die Nacht war auf jeden Fall für einige recht lang, da unsere, mehr oder minder zufällig, getroffenen Freunde aus Belo Horizonte sich nicht mehr sicher waren, in welcher Pousada ihr Gepäck war und die Suche danach etwas zeitaufwändig war :-)

Am nächsten Tag sollte gewandert werden, aber flexibel wie wir sind, hat sich unsere kleine Gruppe getrennt. Dorothea und Edson haben sich einen, natürlich eingezäunten, Wasserfall angesehen, Thomas, Hermann und ich sind mit Boris wandern gegangen, d.h. wir sind der Sandstrasse entlang marschiert.

Ausritt

Hunde

der Rest