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Okay, ich schulde euch noch einige Berichte, desculpa. Aber ich habe hier den totalen Freizeitstress :-) Viermal die Woche gehe ich für 2 Stunden in den Brasilianisch-Unterricht, danach bin ich dann mit Vokabellernen beschäftigt. Und Boris möchte auch bewegt werden und überhaut. Waren das jetzt genügend Ausreden?

Langsam nimmt das Leben hier gereglte Bahnen an, es wird schon alltäglich, dass überall Palmen rumstehen, dass die Sonne scheint und das eben einiges ganz anders als in Europa ist. Ich muss mich also beeilen, meine Eindrücke festzuhalten, bevor die Unterschiede mir nicht mehr auffallen...

Über den Autoverkehr habe ich mich ja schon ausgelassen, inzwischen habe ich Erfahungen aus erster Hand, sprich, ich habe mich getraut, selbst zu fahren. Anders wäre ich auch nicht zum Agi-Training gekommen. Unser Auto ist ein sehr rudimentärer Golf-Verschnitt, reduziert auf das wesentliche, also Hupe, Klima- und Alarmanlage :-) Alle drei Dinge habe ich schon ausprobiert, d.h. die Alarmanlage hat Boris ausgelöst, als ich vergessen habe, die Innenraumüberwachung auszuschalten und er vom Kofferraum auf den Rücksitz geklettert ist. Leider war es wohl nicht laut genug dass er nachhaltig beeindruckt davon wäre. Unser tolles Auto ist silberfarben, so wie etwa 95 % aller Autos hier. Das macht es ganz leicht, auf den grossen Supermarkt-parkplätzen das richtige Auto zu finden. Ausserdem hat es keine Servolenkung, da macht das Einparken wieder Spass...

In unserer Wohnung tauchen jetzt die ersten Macken auf, das Jacuzzi ist undicht und in der Küche gibt es keinen Stopfen für das Spülbecken, lässt sich nicht auftreiben. Geschirrspülen macht mit fliessend Wasser auch mehr Sinn :-) Dafür gibt es standardmässig am Spülbecken auch nur kaltes Wasser. Man muss ja Energie sparen. Nachdem ich aber neulich im Fernsehen (irgend so eine Super-Nanny-Sendung, ja, das gibt es auch hier) jemanden mit fliessend Wasser habe spülen sehen, nehme ich an, das es wohl normal so ist. Allerdings passt der leere Olivenbecher genau in den Abfluss, das ist der ingenieurmässige Work-Around.

Da ich ja immer brav mit Boris spazieren gehen muss, komme ich ja doch in der Gegend herum. Immer wieder fällt mir begeistert auf, dass hier alle Frauen, die im Büro arbeiten, Stöckelschuhe tragen. Und mit Stöckelschuhen meine ich Schuhe mit Absätzen > 10cm bei minimalem Absatzdurchmesser. Es ist mir ein totales Rätsel, wie die sich mit den Schuhen auf den hiesigen, gepflasterten Gehsteigen vorwärtsbewegen können. Ich käme sicher nur 5m ohne schwere Verletzung.

Macacos2

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