Kontakt: kontakt@cpatzig.de

15.01.2007

Serra da Canastra

Die Serra da Canastra liegt im Südosten von Minas Gerais, kurz vor der Grenze zum Bundesstaat São Paulo, ca. 35o km entfernt von Belo Horizonte. Es ist Nationalpark auf einer Hochebene. Hier entspringt der Rio São Francisco, der in Folge auf 3000 km 5 Bundesstaaten durchquert und im Nordosten ins Meer mündet. In der Serra leben einige geschütze tierarten, zum Beispiel der Grosse Ameisenbär, Tamanduá. Natürlich kann man durch diesen Park mit dem Auto fahren ( ist ja Brasilien), es führt sogar eine offizielle Landstrasse durch. Man darf keine Hunde mit hineinnehmen und keinen Alkohol, letzteres wird stichprobenartig am Eingang kontrolliert. Wir hatten Glück, uns ist nämlich nachher eingefallen, dass wir noch Bier im Kofferraum vom vergangenen Tag hatten. Aber das war so warm, da hätte sowieso keiner angenommen, dass man das trinken kann.

Natürlich hört die Natur nicht an den Parkgrenzen auf und so hatten wir die Möglichkeit, auch mit Hund, einige Wasserfälle zu sehen. Erwähnte ich schon irgendwann, dass die Brasilianer voll auf ihre Wasserfälle stehen?

Wir wohnten in der Nähe, d.h. über São Roque de Minas, einem Dorf, das man nicht unbedingt gesehen haben muss. Wie immer gab es keine Schilder, die es irgendwie ermöglichten, ohne zu fragen entweder in den Nationalpark oder zur Hotel-Fazenda Mirante zu kommen. Ich liebe es. Man fährt eine halbe Stunde durch ein 800 Seelen-Dorf und findet den Ausgang nicht. Naja, irgendwann ist es doch gelungen und wir haben die richtige Strasse bzw. den richtigen Weg unter Mithilfe der Eingeborenen, getroffen. Dann haben wir auch das Hinweisschild entdeckt, es war halt zugewuchert...

Aber die Fazenda Mirante (schöne Aussicht) entschädigte dafür. Auf einem Hügel gelegen, fast wie in der Südsteiermark, sehr familiär und die Wirtin eine Hundenärrin (1 Weimaraner, 1 Filo brasiliero, die Tochter der beiden, der obligate weisse Pudel und der ebenso obligate Schnauzer). Boris hat sich gleich mal mit der Schnauzerin angelegt, er mag keine Schnauzer, da ist es ihm ja sogar egal, wenn es ein Mädchen ist. War ein guter Einstieg. Aber wir haben es geschafft, die restlichen Tage Streit zu vermeiden.

Morgens gab es ein reichhaltiges Frühstück mit selbstgemachtem Käse und viel Kuchen, gegen sechs am Abend gab es einen "Lanch", wieder mit Kuchen und anderen leckeren Dingen. Ein echter Kalorienangriff! Ansonsten war es ruhig, ruhig, ruhig. Herrlich! Mehr Infos unter: Hotel Fazenda Mirante

Gina, die Chefin, klärte für uns ab, an welche Wasserfälle wir mit Hund durften (die Wasserfälle liegen zum Teil auf Privatgrundstücken und es wird in der Regel eine kleine Besuchsgebühr in der Höhe von 1 Euro erhoben). So hatte auch Boris die Gelegenheit, im Becken eines Wasserfalles zu schwimmen. An einem Tag passte Gina auf Boris auf und wir konnten in den "richtigen" Nationalpark fahren. Leider haben wir keinen Ameisenbären gesehen (bei der Abreise aus São Roque lag einer überfahren auf der Strasse, soo wollten wir ihn eigentlich nicht sehen), nur einen Falken, aber die Gegend war wirklich schön, auch wenn man nicht zu Fuss gehen konnte sondern nur mit dem Auto fahren. Naja, einen kleinen Wanderweg gab es, es war aber schon so spät (der Park schliesst um 18.00), dass wir uns nicht trauten, die ganze Strecke zu gehen. Aber wir waren die einzigen auf dem Weg, der Rest der Besucher ist mit dem Auto zum Wasserfall gefahren um dort zu baden und fertig.

Nach 4 Tagen hatten wir genug gegessen, uns ausreichend erholt um uns für Sylvester einen anderen Ort zu suchen.

Wir wollten nach Três Marias, das an der Staumauer eines riesigen Stausees des Rio São Francisco liegt, um dort Sylvester zu feiern. Nach etlichen Telefonaten ist es uns gelungen, dort auch ein Quartier zu finden.

Weiter >>

Bilder